Leseprobe aus: "Tausend Tage Wohnmobil -

- In drei Jahren durch Amerika, Australien und Neuseeland"

 

Australien

Im eigenen Wohnmobil durch Australien, Wohnmobil nach Australien verschiffen

Wir lechzen nach Ruhe und Erfrischung und haben dem Trubel am Pool den Rücken gekehrt. Mehr Ruhe verspricht der abgelegene, weitläufige Nationalpark-Campingplatz und Erfrischung der Roper River, an dessen Verlauf durch den Park mehrere Badestellen liegen. Palmen und Eukalyptusbäume säumen seine Ufer, Kakadus und Sittiche liefern mit ihrem Geschrei und Gekreisch den passenden Dschungel-Sound.
Zuerst sticht mir das braune, undefinierbare Zeug ins Auge, das vereinzelt, teils in Teppichen auf der grünen Wasseroberfläche schwimmt. Abwässer? Nein, die sehen anders aus. Misstrauisch mustern wir das schlammige Ufer, das Wasser, das keinen Blick zum Grund durchlässt. Irgendwie trauen wir uns in die grüne Brühe nicht so recht hinein. Wenn es nur nicht so schrecklich heiß wäre... Dann entdecke ich das Schild: Im Roper River gibt es Süßwasserkrokodile!

"Ja, natürlich gibt es Süßwasserkrokodile im Fluss. Aber die Freshies sind voll­ kommen harmlos", klärt uns der Ranger am Campingplatz auf. "Im Gegensatz zu den gefährlichen Salties, den Salzwasserkrokodilen, werden die nur maximal zweieinhalb bis drei Meter lang!" Ach, so klein sind die Tierchen, das ist ja ungemein beruhigend! "Wenn die so harmlos sind, warum stellt ihr dann Warnschilder auf?"

"Das verlangt das Gesetz. Aber Freshies fressen nur Fische und Kleingetier, und sie gehen erst am Abend auf Beutefang. Deshalb darf man in der Dämmerung nicht mehr zum Baden gehen. Tagsüber ist Schwimmen völlig ungefährlich. Freshies sind so scheu, dass man sie gar nicht zu Gesicht bekommt", und zur Bekräftigung seiner Worte drückt uns der Ranger einen Lageplan mit den besten Badestellen in die Hand.

Unterhalb des Campgrounds sind Badepontons im Fluss verankert. Man könnte wirklich ganz bequem über Leitern ins Wasser. Es schwimmen auch schon ein paar Leute in den grünen Fluten herum, und die Kids schubsen sich gegenseitig kichernd und spritzend ins kühle Nass. Von den Krokodilen ist nichts zu sehen. Es ist wirklich höllisch heiß, und das braune Zeug, das am Ufer herumschwimmt, sollen ja auch nur harmlose Algen sein...

Das Schwimmen im Fluss ist ein Hochgenuss! Ein wenig ungewohnt, weil man im grünen Wasser nicht sieht, was unter einem ist, und weit weg vom rettenden Ponton getrauen wir uns auch nicht. Es könnte ja immerhin möglich sein, dass plötzlich ein drei Meter kurzes Süßwasserkrokodil außerplanmäßig Appetit auf importierte Germans bekommt.


Mit dem eigenen Wohnmobil nach Australien - Australischer Roadtrain mit kleinem Bruder aus Germany