Neue Reise, neues Wohnmobil

Das große Fernweh ist nach „Tausend intensiven Tagen“ fürs erste gestillt. Das heißt aber nicht, dass keine Träume oder Wünsche mehr übriggeblieben wären. Vor allem Peter hat einen alten, unerfüllten Wunsch, der aus tausend Gründen immer wieder zurückgestellt wurde: Einen Hund! Kaum dass wir wieder sesshaft sind, hält ein neues Familienmitglied bei uns Einzug: die damals 2jährige Groenendael-Hündin   Eyleen.
Gereist wird also zukünftig nur noch mit Hund. Mit dem Wohnmobil ist das ideal – denken wir. Norwegen, Schweden – zwar viel Papierkram, aber ansonsten kein Problem. Stimmt. Auf den glatten, geraden Straßen durch Südschweden schlägt sich Eyleen tapfer und es gibt genügend Wälder und Wege zum Gassigehen. Dann geht es über die Grenze nach Norwegen, die Straßen werden holprig, löchrig, steil und kurvenreich. Unserem guten alten Benz ist zwar keine Steigung zu steil, keine Straße zu schlecht, aber er m
acht einen Höllenlärm dabei, legt sich mit seiner weichen Federung in die Kurven, holpert mit seinen kleinen Rädern durch die Schlaglöcher. Unser Hund sitzt jammernd und hechelnd unter dem Tisch, verweigert das Futter, will morgens nicht mehr ins Wohnmobil. Kurz vor Trondheim drehen wir um, lassen Norwegen Norwegen sein – und außerdem hat es ja eh dauernd nur geregnet…

Kurze Zeit später verkaufen wir unser geliebtes „Small Motorhome“, mit dem wir soviel erlebt haben. Der Hund gehört zur Familie und hat Vorrang. Verkauft wird auch unser „knallrotes Gummiboot“ – das teure Schlauchkajak, das wir in Boise, Idaho gekauft hatten. Der Hund saß da drin, zitternd und jammernd …

 

Mit Hund und Wohnmobil nach USA, Kanada, Alaska und in die Baja California - Groenendaelhündin Eyleen

Nordamerika mit dem Hund, Mit dem eigenen Wohnmobil in die USA: mit dem eigenen Wohnmobil nach Kanada und Alaska; mit dem eigenen Wohnmobil in die Baja California; mit dem eigenen Wohnmobil nach Neuseeland; mit dem eigenen Wohnmobil nach Australien; mit dem eigenen Wohnmobil nach Tasmanien, Wohnmobilverschiffung, Wohnmobil-Weltreise

Und was machen wir jetzt? Eine Zeitlang ziehen wir tatsächlich in Erwägung einen Wohnwagen zu kaufen. Im PKW fährt Eyleen nämlich gerne. Aber mit einem Wohnwagen kann man nicht so unabhängig reisen wie wir es gewohnt sind. Und außerdem – das große Fernweh mag ja gestillt sein – aber die Sehnsucht nach den einsamen Highways Nordamerikas, der Weite Kanadas und Alaskas, den wilden Landschaften, den reizvollen Campingstellen ist geblieben.  Dass wir noch einmal nach Amerika wollen, wird uns sehr bald klar.

 


Also „drüben“ einen Ami kaufen? Die Mobile mit den Benzinmotoren fahren softer, machen nicht soviel Radau. Wir nehmen Kontakt zu einem Wohnmobil-Vermieter auf, der aus Altersgründen seine gesamte Mietflotte verkauft, surfen im Internet. Die Preise wären günstig – aber ist es auch der Spritverbrauch der V10 Motoren mit ihrem 6l Hubraum?
„Nein, mit solch einem Benzinsäufer fahr ich nicht rum!“ erklärt Peter. „Außerdem will ich wieder mit einem komplett eingerichteten Wohnmobil auf Reisen gehen, mit Solaranlage, mit großen Wassertanks, mit einer Zwischentür zum Fahrerhaus!“ Und natürlich wollen wir ja auch in Europa reisen – der Winter steht vor der Tür, den verbringen wir doch lieber im Wohnmobil in Spanien.
Kurz darauf steht ein Wohnmobil „von der Stange“ vor der Tür, ein Laika Kreos auf Iveco, also ein waschechter Italiener – und drei Tage später sind wir auf dem Weg nach Spanien – zum Warmwerden und Einfahren für unsere zweite große Nordamerika-Rundreise.

Mit Laika Kreos auf Iveco in die USA, Kanada, Alaska und die Baja California

Mit dem Laika Kreos auf Iveco 35 C 17 nach Nordamerika

Unser "Italiener"

Unser neues Wohnmobil sollte wieder zwillingsbereift sein, eine gute Straßenlage und ausreichende Zuladung haben, und außerdem sollte der Überhang nicht so groß sein. Leiser und flotter als unser alter 410 er sind heute ohnehin alle Basisfahrzeuge. Wegen der besseren Straßenlage entschieden wir uns für den Iveco 35 C 17 mit 166 PS. Ein Fahrzeug von dem Peter auf Anhieb begeistert war – und noch immer ist.Weil wir keinen Aufbau mit Styropor-Isolierung wollten, war die Auswahl begrenzt. Um einen großen Überhang zu vermeiden, kam nur wieder ein Alkovenfahrzeug in Frage.


Ein Backofen, ein großer Kühlschrank und die separate Dusche waren ein Muss. Der Laika Kreos 3005 erfüllte alle unsere Anforderungen und gefiel uns mit seinem italienischen Design auf Anhieb. Außerdem überzeugte uns das gute Preis-Leistungsverhältnis. Zusätzlich zum 2. Wassertank und zur 150 Watt Solaranlage ließen wir vom Schreiner eine Zwischentür einbauen. Um jederzeit und überall hygienisch einwandfreies und geschmacksneutrales Trinkwasser zu haben, ließen wir direkt unter der Spüle einen Seagull Wasserfilter mit einem separaten Wasserhahn installieren. In der Fahrradgarage, die pfiffigerweise unter der Küchenarbeitsfläche und den Badezimmerschränken eingebaut ist, werden während der Nordamerikareise keine Räder, sondern Eyleens große Flugbox, zwei Reservereifen, ein 1000-Watt-Genenator von Honda und die Campingmöbel verstaut.

Es geht mit Hund und Wohnmobil nach Kanada, nach Alaska, in die USA und auch in die Baja California!


Basierend auf den Erfahrungen dieser 1jährigen Reise wurde dem Infoteil der 3.Auflage von "Tausend Tage Wohnmobil" ein weiteres Kapitel angehängt:

"Mit dem Hund nach Nordamerika"


Mit dem eigenen Wohnmobil nach USA, KanadaAlaska, und in dieBaja California